Hörspielabend mit Candide am 13.12.

illustration aus dem buchWenige Jahre nachdem der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz seine grundsätzliche Überlegung publiziert hatte, dass diese Welt, trotz all ihrer Übel, die beste aller möglichen Welten sei, wurde Lissabon von einem verheerenden Erdbeben zerstört, bei dem es zu 100.000 Toten kam. Dieses Ereignis verarbeitete der französische Aufklärer Voltaire in einer seiner bekanntesten Erzählungen »Candide oder der Optimismus«. Der optimistische Protagonist Candide wird in dieser Geschichte mit den grausamsten Übeln der Welt konfrontiert – und kann trotzdem nicht aufhören zu hoffen. Es handelt sich bei dieser Erzählung um einen satirischen Schlag gegen Leibniz und den Optimismus – in ihrer beißenden Ironie ist es eine Anklage gegen vermeidbares Leid und eine Polemik gegen die unkritische Genügsamkeit der Philosophen.

Wir laden zu einem gemütlichen Hörspiel-Abend ins Veto: Nach einer kurzen Einleitung zu Voltaire und dem Verhältnis von Optimismus, Pessimismus und negativem Denken wollen wir eine Hörspielbearbeitung von »Candide oder der Optimismus« hören und anschließend darüber diskutieren.

Beginn: 19:00 Uhr
Veranstaltet vom Bildungskollektiv BiKo,
Kooperationspartner_in: RLS Thüringen

Teilnahmebeitrag: 0€

Am 25. November, 19 Uhr, Filmchen schauen & Diskussion: Johannes Agnoli: Das negative Potenzial

Johannes Agnoli, Politikwissenschaftler und Vordenker der 68er Studentenbewegung, spricht in einem September 2001 aufgezeichneten Interview über seinen Begriff von Subversion, Neoliberalismus, die Kunst des politischen Scheiterns, Staatskritik und Problemen der heutigen emanzipatorischen Bewegungen. Hört sich nach einem gesellschaftskritischen Rundumschlag an und ist es auch.

Törtchencafe am Sonntag

…lust auf kaffee*tee mit süßkram?!

am sonntag, den 27.11., um 14 uhr
ist es wieder soweit – es gibt
vegane törtchen
und allerlei andere leckereien im veto.

erschreckender*überraschenderweise ist an diesem sonntag schon der der 1. advent – und wir nutzen dies als anlass, uns ein wenig kritisch mit konsum*nachhaltigkeit*dem zuviel(?) auseinanderzusetzen und würden dafür gern einen film schauen und danach ins gespräch kommen.

wir freuen uns auf euch, eure ideen, anregungen, meinungen, standpunkte und den austausch darüber, um auch reibungspunkte zu schaffen!

mit zuckersüßen streuselgrüßen

die törtchencrew

Am 22. November, 20.30 Uhr,Vortrag: §129 – Funktionsweise und Entstehungsgeschichte

Als im Februar 2010 Zehntausende in Dresden gegen Nazis auf die Straßen gingen und den faschistischen Aufmarsch durch Blockaden aufhielten, war dies ein großer Erfolg der antifaschistischen Bewegung. Anstatt dieses mutige Engagement gegen Nazis zu würdigen, griff die sächsische CDU-FDP Landesregierung unter Anfeuerungsrufen der NPD-Fraktion das breite antifaschistische Bündnis auf verschiedenen Ebenen an: Der Antifa-Protest wurde seitens der Landesregierung und ihrer beiden Regierungsparteien öffentlich diffamiert, eingesetzte Polizei drang unter Gewaltanwendung illegal in Wohn- und Arbeitsräume ein, das Landeskriminalamt Sachsen führte im Auftrag der Landesregierung rechtswidrig eine flächendeckende Mobilfunkzellen-abfrage in Dresden durch, von der laut Landesdatenschutzbeauftragtem ca. 257.000 Personen direkt betroffen waren, schließlich initiierte die Staatsanwaltschaft Dresden ein Ermittlungsverfahren nach § 129 StGB.

Sind Bündnisse gegen Nazis jetzt „kriminelle Vereinigungen“? Was steckt konkret hinter diesem offensichtlich politisch instrumentalisierten Strafrechtsparagraphen? In unserem Vortrag wollen wir das politische Gesinnungsstrafrecht in Deutschland einmal genauer unter die Lupe nehmen. Ziel ist es, die Funktionsweise und die Entstehungsgeschichte der §§129, 129a und 129b StGB und ihrer diversen Vorgänger eingehender zu beleuchten. Im Laufe des Vortrags werden wir dabei auf stets wiederkehrende Muster eines bürgerlichen Gesinnungsstrafrechts stoßen, das vor allem gegen linke, progressive Strömungen einer jeden Epoche gerichtet war/ist. Nicht konkrete Straftaten werden damit verfolgt, sondern oppositionelles Denken und progressive Weltanschauung als solche. Im Ergebnis geht es darum, politisch unliebsame Parteien, Gruppierungen und Bewegungen auszuforschen, zu kriminalisieren und gesellschaftlich zu isolieren. Auf unserer historischen Zeitreise durch knapp 220 Jahre politisches Strafrecht werden uns u.a. republikanische Demokraten, revolutionäre Sozialdemokraten und Kommunisten, linke Zeitungsredakteure und Buchhändler, Kriegsgegner und Frauenrechtlerinnen, Hausbesetzer und Stadtguerilla-Gruppen, Atomkraftgegner und Antifaschisten, linke Exil-Organisationen und Internationalisten begegnen. Sie alle wurden und werden unter dem Schlachtruf „Der Feind steht links!“ verfolgt.
Eine Veranstaltung der Roten Hilfe Ortsgruppe Erfurt

Antifa Meeting „Kontaktaufnahme“

„Wir denken, dass es mal wieder Zeit ist, Kontakt zu Leuten zu suchen, denen antifaschistisches und gesellschaftkritisches Handeln genauso wichtig ist wie uns. Deshalb laden wir am 19.11.2011 zu einem offenen Treffen im Infoladen ´Veto`ein. Euch erwarten zwei Vorträge (Abriss antifaschistischer Aktivitäten der letzten 5 Jahre – was ist Antifa und was nicht?), Diskussionen und die Möglichkeit, untereinander und mit uns Kontakt aufzunehmen.“ (Antifas aus Erfurt)

interessierte Leute kommen am 19.11.11, um 19 Uhr ins Veto

Antifa-Meeting

Infoveranstaltung zur Antifa-Demo gegen das Nazi-Zentrum in Leipzig-Lindenau am 09.09.

Seit mehr als zwei Jahren gibt es im Leipziger Stadtteil Lindenau ein Nazi-Zentrum, das zum einen als NPD-„Bürgerbüro“, zum anderen als Treffpunkt der „Freien Kräfte“ genutzt wird. Eine Mischung aus NPDlern, „autonomen Nationalisten“, Hooligans und anderen Nazis nutzt die Immobilie in der Odermannstraße zur Vorbereitung von Aktionen, als Schulungsraum und Rückzugsort. Wir sagen: Schluss damit!

Deshalb gibt es am Freitag, dem 09.09.11, um 19 Uhr eine Infoveranstaltung zur „Fence Off“-Kampagne und der Demonstration gegen das Nazi-Zentrum.

weitere Infos: www.fenceoff.org