
„Auschwitz war also doch noch gut ausgegangen“.
Das Volksfest der nationalen Zwangsgemeinschaft am 3. Oktober in Erfurt nehmen wir als Anlass um uns am 16.09. anhand eines Dokumentarfilms mit Eike Geisel zu beschäftigen. Wie kaum jemand kritisierte er die für diese Feierlichkeiten notwendige historische Veränderung. Denn dafür musste der Bruch des Nationalsozialismus zuerst umgebogen werden in eine durch vermeintliche Läuterung gefütterte nationale Sinnstiftung.
„Waren die Juden Europas vordem wegen nichts und für nichts ermordet worden, so sollen sie nun, ein halbes Jahrhundert nach Auschwitz, endlich den Profit abwerfen, den man damals nicht aus ihnen hatte ziehen können“. Durch diese ungefragte Grabschändung mit der man sich als geläuterte
Nation stilisierte „ist aus der Asche der Ermordeten der Stoff geworden, mit dem sich der neue Nationalismus das gute Gewissen macht“. Institutionell und propagandistisch unterfüttert feiern die deutsch-Fühlenden nun ihre wiedergewonnene Normalität, ihren „Wiedereintritt in die Weltgeschichte“. Denn „mit der Wiedervereinigung endete die Nachkriegszeit und „das letzte markante Erinnerungszeichen daran, dass die Deutschen den Zweiten Weltkrieg doch nicht gewonnen hatten“ (alles Geisel). Continue reading
