24.02.2026, 19 Uhr, veto
Faszination Mittelerde
Antisemitismus, Rassismus und Utopie im Werk von J.R.R. Tolkien
Es gibt da dieses Epos, mit dem ein verschrobener alter Professor eine nordische Mythologie erzählt. Die Bösen sind dunkel und kommen aus dem Osten, Moderne und Industrialisierung werden als zersetzende Bedrohung dargestellt und Frauen haben so gut wie keine Sprechrolle – außer in den Filmen, wo man halt eine Liebesgeschichte braucht. Trotzdem können sich auch wir (drei Linksradikale zwischen 30 und 50) uns nicht der Faszination von J.R.R. Tolkiens Werk entziehen. Deswegen sprechen wir bei der Veranstaltung über das Leben und die Motive des Autors, bieten einen kleinen Überblick über die Mythologie seines Werks und diskutieren antisemitische und rassistische Motive darin – ohne zu vergessen, dass in der Überhöhung der gemeinschaftlichen, naturverbundenen Idylle des Auenlands auch ein Stück Utopie aufscheint. Letztlich geht es darum, zu begreifen, was uns an Mittelerde fasziniert und wieso auch Techno-Libertäre davon begeistert sind.
26.02.2026, 20 Uhr, veto
Benjamin Blümchen und der Kampf der Klassen
mit Lara Wenzel und Matheus Hagedorny
Benjamin Blümchen ist ein sprechender Elefant im Neustädter Zoo. Immer wieder schlüpft er in neue Rollen und probiert Berufe aus. Doch seine Treue gilt dem Zoo, der sich mehr schlecht als recht über Wasser hält.
Als die Belegschaft mit Streik droht, weiß er weder ein noch aus. Unterstützt er den Arbeitskampf um Zoowärter Karl, Würstchenbräter:in Noa und Verwaltungsmitarbeiterin Anette? Oder hält er sich an Zoodirektor Herr Tierlieb, der ihm sonst seine Zuckerstückchenration kürzen will? Wird Benjamin aus dem Verblendungszusammenhang befreit werden? Das Publikum wird mitentscheiden, wie der Arbeitskampf politisch umgesetzt wird.
Die Parodie „Benjamin Blümchen und der Kampf der Klassen“ zeigt die Konflikte zwischen Arbeit, Kapital und Staat. Sie zerlegt die beliebte Figur aus der Hörspielreihe in ihre Einzelteile und unterzieht sie einem ideologiekritischen Stresstest. Welche liberalen, konservativen und sozialistischen Elemente verstecken sich zwischen den Gehegen? Und wie staatstragend ist der Dickhäuter eigentlich? Diese Fragen erörtern Wenzel & Hagedorny erst szenisch, dann wird ihre Deutung des Elefanten vor dem Publikum zur Diskussion gestellt.

